Das Herpes-simplex-Virus erkennt bösartige Tumoren
Eine Gruppe von Spezialisten des Cincinnati Children's Hospital Medical Center (USA) unter der Leitung von Timothy Cripe führte eine äußerst interessante Studie durch. Es gelang ihnen, das Genom des Herpes-simplex-Virus so zu verändern, dass diese Krankheitserreger begannen, Krebszellen zu infizieren.
Die zweite Genomveränderung ermöglichte es den betroffenen Viren, ein Enzym der Klasse der Luciferasen zu produzieren, das eine Biolumineszenzreaktion (Glühen) auslöst, die dabei hilft, den Ort des Tumors genau zu bestimmen.
Das Foto zeigt Herpes-simplex-Viren.
Beim Testen dieser Methode zur Krebsdiagnose an Gewebeproben verschiedener Arten menschlicher Sarkome wurde festgestellt, dass sich das Herpes-simplex-Virus in Krebszellen aktiver vermehrte als in gesunden Zellen. In denselben Zellen wurde eine intensivere Produktion des Enzyms Luciferase festgestellt. Ähnliche Ergebnisse erzielten Forscher bei Experimenten an Labormäusen. Bei Mäusen mit Nierensarkomen wurden mit dieser Technik Krebszellen in den frühen Stadien der Tumorentwicklung nachgewiesen.
Die bevorstehende Arbeit besteht darin, die Studienergebnisse durch klinische Studien zu bestätigen. Bei Erfolg können Onkologen sogar kleine bösartige Tumoren bei Patienten erkennen – 1 cm oder weniger.